Samstag, 18. November 2006

In den Tunneln von Cu Chi

Hab ich gestern direkt Naegel mit Koeppen gemacht und mir ne Tour fuer heute in den Kao Dei Tempel zur "Mittagsmesse" und den Tunneln der Vietcong von Cu Chi.
Wie's halt immer so ist. Die bestellen einen fuer viertel vor acht her, nachdem sie einem erst einen Pickup Service am Hotel fuer einen Dollar extra verkauft haben, dann aber wieder zurueckgenommen haben, als sie gemerkt haben, dass das Hotel nicht direkt bei ihnen um die Ecke ist. Und nach einer Dreiiertelstunde warten geht's dann auch schon los. In so einem Bus fuer 30 Leute, wo auf der einen Seite zwei Platze sind, auf der anderen einer und ein Sitz noch in den Gang umgeklappt werden kann, damit sich da auch noch einer hinhocken kann. Ich hab's mittlerweile auch schon erlebt, dass sie von hinten noch ein paar Plastikhocke hervorgezaubert haben und die im Gang verteilten. Da haben dann Leute drauf gehockt, die zwar auch fuer einen echten Platz gezahlt hatten. Aber die Vietnamesen hocken sowieso immer ueberall rum. Das stoert die garnicht weiter.
Naja, in dem Ding sind wir dann da zu dem Tempel hin. War auch echt ganz nett. Ein paar hundert Nonnen und Moenche, die in eienr eigenartig litargischen Liturgie ihr Mittagsgebet gehalten haben. Und die Touris standen oben auf den beiden Emporen zu beiden Seiten und haben sich's angeguckt - und ueber alles moegliche gelabert, als ob's nix ist. Ich hab mir echt gedacht, was fuer einen Aufstand die wohl daheim machen wuerden, wenn am Sonntag in ihrem Gottesdienst ein paar Busladungen voll Japaner mit Fotoapperaten bewaffnet auf der Empore stuenden und den ganzen Gottesdienst ueber durcheinanderbrabbeln wuerden, nur unterbrochen vom Blitzlichtgewitter der Fotos. Und noch ehe die Sache richtig rum war (hat so eine Dreiviertelstunde gedauert) hatten wi schon wieder im Bus zu sein und weiter ging's. Keine Zeit das ganze Ding zu sehen. Keine Zeit den ganzen Tempel anzuschauen. Und erst recht keine Zeit die anderen Gebaeude da drum herum noch ein wenig zu inspizieren. Aber auf dem Weg nochmal ausserplanmaessig (zumindest stand das auf keinem Plan, den man uns gegeben hat...) in einer Behindertenwerkstatt fuer Lack- und Einlegearbeiten zu halten, dafuer war Zeit.
Naja, dann ging's in ein Vertragsrestaurant deren Wahl und dann weiter (oder vielmehr zurueck, denn das war schon auf dem Rueckweg nach Sai Gon) zu den Tunneln in Cu Chi. Das war auch ganz interessant. Der Film, den sie uns gleich zu Anfang gezeigt haben, war mal beste Vietcong-Propaganda vom Feinsten. Muss man halt drueber schmunzeln. Boese, boese Amerikaner und heldenhafte Vietnamesen, die sie besiegt haben. Wenn man diese Erdloecher allerdings dann sieht, in denen die teilweise tage- und wochenlang dem Carpetbombing der US Air Force widerstanden haben, dann wird einem ganz anders. Und wenn man sich vorstellt, man soll da als GI rein, um nachzusehen, ob noch wer drin ist...
Aber gottseidank hatten wir einen Guide dabei, der uns bisschen was erzaehlen konnte. Mit guten Informationen und ausfuehrlichen Erklaerungen haben sie's hier ja nicht so.
Und dann konnte man noch, wenn man wollte, fuer 20.000 VD den Schuss amerikanische M16, russische AK47 oder richtig dicke MG schiessen. Haben auch ein paar Leute gemacht. Minimum 5 Schuss.
Und um 18:15 waren wir wieder hier. Jetzt tut mir mein Arsch weh, weil ich die ganze verdammte Rueckfahrt mich nicht bewegen konnte, so eng war's. Dagegen war der Minibus mit den Vietnamesen letztens (also gestern) echt geraeumig!
Hab gerade mal geguckt, wie man am geschicktesten von hier weg kommt. Die Air Asia fliegt leider nicht domestic in Vietnam. Die VN fliegt zwar zweimal taeglich SGN HUI, aber bei denen kann man auf der Website nicht direkt buchen. Und bei den Explorer Travel Fredels kostet das 150 Euroflocken. Aber der Bus braucht fuer die Strecke zwei Tage... Also schaun wir mal.

5 Comments:

Blogger Gina said...

Ja, dass die Turis immer rumlabern wenn mal puja ist, haben wir auch schon erlebt. Nehmen das nicht ernst.
In Ägypten im Ramsestempel hoerte ich letztes Jahr 2 Amifrauen ueber lowcarb, lowfat dieting palavern. Da solln se doch daheem bleiben.
Wirst Du noch Zeit haben ein bisschen baden zu gehen? Geniess die Teg, bald hockst du wieder vor der Glotze und kreierst Konzepte...
lG

mom

3:27 PM  
Blogger Kathrin und Philipp said...

Hossa,
na das mit der eiligen Anschauerei kommt mir irgendwie bekannt vor - weiß nicht mehr so recht, aber ich glaube, das ist mir auch schonmal irgendwo passiert.
Mit dem Anahlten unterwegs, das haben der Holgerio und ich in Jaipur auch mal erlebt. Da hat uns das hoteleigene Tuktuk immer rumgefahren und überall angehalten. Haben dann aber auch das Hotel gewechselt. Das war uns nichts.
Mit dem Allerwertesten, da haben wir auch so unsere Erfahrung gemacht. Sind mal auf dem Weg ins Kulutal irgendwo nach 7 Std. Busfahrt, eingequetscht zwischen zwei vor sich hinlachenden Indern auf der Rückbank (die fandes wohl echt cool, bei ihren beiden neuen westlichen Freunden auf der Rückbank so dicht dabei sitzen zu können), ausgestiegen. Haben dann lieber nochmal einen Nacht geschlafen und sind dann weiter zu unserem Zielort gefahren.
Aber das will man ja so, sonst wäre man ja mit dem Taxi gefahren...

alla, bis denne
Gruß
PeHá und Kathrin

3:38 PM  
Anonymous Pa der Vadder said...

Das mit den Tunneln ist schon unheimlich ... Das hat den Amerikanern damals schwer zu Schaffen gemacht. Plötzlich taucht der Feind aus dem Nichts auf ... ballert, ...und verschwindet ebenso spurlos wieder. Und hat man 'mal einen Einstieg gefunden, geht niemand 'rein, weil der ja ein toter Mann ist.

Nahe Da Nang, meine ich, haben wir damals einen ausgehöhlten Berg gesehen - und waren drin. Das war, glaube ich, ursprünglich so etwas wie eine Einsiedelei von einem Buddhisten-Mönch. Aber während des Krieges haben die da ein Lazarett eingerichtet und unter primitivsten Bedingungen die Verletzten versorgt und einigermaßen kuriert.

Bei Da Nang ist auch der China Beach. Angeblich kam ein großer Teil des amerikanischen Nachschubes hier an Land, Da Nang war auch ein riesiger US-Stützpunkt. Seinen Namen soll dieser Strand aber daher haben, dass schon in grauer Vorzeit angreifende Chinesen hier gelandet sein sollen. Es gibt nämlich (auch) eine jahrhundertealte Intimfeindschaft zwischen VN und den Chinesen, die letzten Kämpfe zwischen den beiden sind erst gut 20 Jahre her!

Ein Flug nach Norden für USD 50 ist sehr gut! Eine Alternative währe evtl. auch der Zug gewesen, aber der braucht auch eine halbe Weile, und wie oft der fährt ... Nein, so ist das schon o.k., da hast Du noch a bissel Zeit zum Abhängen ...

Eine gute letzte Woche !!!

5:18 PM  
Blogger Hagar the Horrible said...

Hehehe, was der PEha da lustigest kommentirert, kann ich nur bestaetigen. Als wir da im Kulutal rumgetuckert sind mit den beiden Helfsbremsern auf der Pelle und irgendwie keine 100km in 7 Stunden Fahrt gepackt haben. Das war dann auch der Tag, wo am Abend der PEha keinen Bock mehr gehabt hat und die Inder als "ein Volk von Nichtsnutzen, Halsabschneidern, Dieben und Dreckspatzen" beschimpft hat. Aber jetzt wenn ich so drauf zurueckschaue, ist das irgendwie eher lustig als nervig. Klar, im Nachhinein ist immer alles leichter.

Also, flieg noch schoen wo hin und lass das mit dem Sites angucken ein bisschen sein. Einfach Seele baumeln lassen und nett dran denken, was man denn sonst noch so alles tolles machen koennte ist auch mal wichtig.

Dein Hollermann!

6:25 PM  
Anonymous Anonym said...

**** Zitat ****
Das war dann auch der Tag, wo am Abend der PEha keinen Bock mehr gehabt hat und die Inder als "ein Volk von Nichtsnutzen, Halsabschneidern, Dieben und Dreckspatzen" beschimpft hat.
**** Zitat Ende ****
Hahahahah... Hohohoho...
Gruß,
Herr W.

9:55 AM  

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